Eine Woche voller SAMStage
Kritik - Vilsbiburger Zeitung
Wenn es turbulent zugeht und Wünsche in Erfüllung gehen...
...steckt vielleicht ein Sams dahinter
"NichtNurFürKinderTheater"
steht mit wunderbarem Stück für jedes Alter auf der Bühne
Eine ziemlich ungewöhnliche Woche hatte , Herr Taschenbier (Hans Höflsauer) hinter sich, wie von Erzähler Gerhard Limmer zu erfahren war: Am Sonntag schien die Sonne, Montag war Herr Mon zu Besuch, am Dienstag hatte Herr Taschenbier Dienst, am Mittwoch war die Mitte der Woche, am Donnerstag kam ein Gewitter und es donnerte heftig, und am Freitag schließlich hatte Herr Taschenbier frei. Und heute ist Samstag - auch wenn in Wirklichkeit Sonntag war, stand den Besuchern des neuesten Stücks des "NichtNurFürKinderTheaters" eine Woche voller Sams-Tage bevor. Es ist heute also Samstag. So überlegt Herr Taschenbier nur einen kurzen Augenblick, als einige Leute (Jogger Bernd Geis, Birgit Kinner; Elke Obermeier, Brigitte Binner) ein komisches Wesen - kein Tier, kein Marsmensch und auch kein Kind - finden: Es muss ein Sams (Anneliese Maier) sein. Und durch diesen Gedankenblitz wird Herr Taschenbier auch kurzerhand zum Papa des Sams, denn: "Das ist bei Samsn so". Eines ist sicher: Herrn Taschenbier steht eine aufregende: Woche bevor.
So
etwa beginnt am nächsten Morgen der Arger mit Taschenbiers Vermieterin Frau
Rotkohl (Gerlinde Priglmeier), die durch den Gesang von Sams wach wird:
"Schlaf, Papa schlaf, die Rotkohl ist ein Schaf". Sie habe immer etwas
auszusetzen, erzählt Herr Taschenbier dem Sams über seine Vermieterin.
Manchmal wünsche er sich, sie säße auf einem Schrank und käme nicht mehr
herunter. Kaum hat der "Papa" dies ausgesprochen, sitzt Frau
Rotkohl wirklich auf einem Schrank.
Weil
es so laut und frech ist und er Angst vor Frau Rotkohl und seinem Chef hat, lässt
Herr Taschenbier bei einem Ausflug das Sams im Wald zurück - auch wenn es
manchmal ganz witzig und nett ist. Allerdings hat er die Rechnung ohne das Sams
gemacht: Es ist schon längst zu Hause, als Herr Taschenbier schließlich
heimkommt.
Am Montag hat Herr Taschenbier frei,
und er und das Sams gehen ins
Kaufhaus,
um dem Sams etwas zum Anziehen zu kaufen. Und wie soll es auch anders sein - das
Sams sorgt für allerlei Verwirrung. Beim Anprobieren zerreißt er so manchen
Anzug, eine Lederhose erweist sich als nicht beissfest und schließlich löst es
noch einen Feueralarm aus. Aber es hat einen neuen Anzug: Wenn auch einen Taucheranzug.
Am Dienstag besucht Sams Herrn Taschenbier in der Arbeit und hilft ihm bei
schwierigen Rechenaufgaben. Mit List und Tücke schindet es bei Taschenbiers
sächsischen Chef Herrn Oberstein (treffend dargestellt von Bernd Geis) zwei
Tage Urlaub heraus. Am Mittwoch muss Sams eine Schulstunde bei Studienrat Groll
(Birgit Kinner) besuchen - wenn sie die Schule auch " bäh " findet
und dieser Wunsch von Papa ein blöder ist.
Am
nächsten Tag passiert Schreckliches: Frau Rotkohl entdeckt das Sams und will es
aus dem Haus haben. Zum ersten Mal aber traut sich Herr Taschenbier, der Furie
Frau Rotkohl Paroli zu bieten. Am Freitag schließlich entdeckt Herr
Taschenbier, was es mit den blauen Punkten im Gesicht von Sams auf sich hat, die
immer weniger werden: Es sind Wunschpunkte. Ein weiterer Wunsch löste großes
Gelächter beim Publikum aus: Taschenbier wünschte sich, dass Frau Rotkohl
immer das Gegenteil sagen soll, wenn sie mit ihm schimpfen will.
Nun hat das Sams nur noch zwei
Wunschpunkte im Gesicht - und es ist der letzte Tag, den sie bei Herrn
Taschenbier ist. "Morgen bin ich nicht mehr da, Samse bleiben immer nur bis
Samstag", erklärt es Herrn Taschenbier. So also geht für Herrn
Taschenbier und das Sams eine aufregende Woche zu Ende, und das Sams muss Herrn
Taschenbier verlassen. Nun wartet Herr Taschenbier sehnsüchtigst darauf, dass
er wieder so eine ungewöhnliche Woche hat. Und er weiß auch bereits, was er
sich vom Sams wünschen wird...
Das "NichtNurFürKinderTheater" knüpfte mit dem neuesten Stück, bei dem Sabine Meyer Regie führte, voll an den Erfolg des vergangenen Jahres "Im Hexen eine Sechs" an. Am Bezauberndsten war das Sams mit seinen feuerroten Haaren und den blauen Punkten im Gesicht. Wie es herrlich reimte, über die Bühne sprang und dabei die Augen verdrehte - so viel es auch anstellte, man konnte ihm wirklich nicht böse sein. Die Rolle ist Anneliese Maier wahrlich auf den Leib geschneidert. Und so manches Kind wird sich wohl gewünscht haben, selbst so eine Woche voller Sams-Tage zu erleben...
-ha-